ausreichend bezahlbarer Wohnraum

Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum – Mangelware

Nicht erst der zunehmende Verkauf von preisgünstigen Mietwohnungen an Wohnungsanbieter ohne gemeinnützige Orientierung hat zu Veränderungen des Mietwohnungsangebotes geführt.

Auch sorgt der demographische Wandel für einen Engpass auf dem Gebiet preiswerten Wohnraums. Eine zunehmende Zahl von Senioren mit niedriger Rente steht dem knapper werdenden Angebot, auch an barrierefreien Wohnungen gegenüber.

Im Landtagswahlkreis Heiligenhaus/Ratingen ist diese Entwicklung nicht zu übersehen.

Birgit Lieske by pixelio.de

Auf der einen Seite kaufen die so genannten „Heuschrecken“ Wohnungsbestände auf und versuchen das maximal Mögliche an Mieteinnahmen aus diesen Häusern zu erzielen. Eine Investition in die Wohnungen zur Erhaltung oder Verbesserung der Substanz findet meist nicht statt. Diese Wohnungen werden durch die mit der Zeit entstehenden gravierenden Mängel zunehmend zu einer Belastung für die Bewohner.

Daneben gibt es durchaus auch Investoren, die in den Wohnungsbestand investieren. Allerdings haben diese teils erheblichen Investitionen für die Mieter den Nachteil, dass sie zu Mieterhöhungen führen. Viele Bewohner dieser Häuser können sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten.

Und schließlich fällt auch noch eine zunehmenden Zahl von Wohnungen aus der Sozialbindung, was ebenfalls zu Mieterhöhungen führt.

Es macht sich also trotz rückläufiger Bevölkerungszahl eine deutliche Anspannung auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar. Besonders auffällig ist dies im Segment der einfachen, bislang preiswerten Wohnungen. Allein in Ratingen wird die Zahl der Sozialwohnungen bis zum Jahr 2016 um 36% abnehmen.

Was jetzt fehlt, ist ein neuer Impuls für Sozialwohnungen. Hierbei soll bewusst nicht auf den Neubau sondern vorzugsweise auf die Sanierung von Wohnkomplexen gesetzt werden. Wir brauchen nicht mehr Wohnungen, sondern mehr bezahlbare Wohnungen.

Andreas Morlok by pixelio.de

Die Zahl der Menschen, die einen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, steigt zunehmend. Sei es wegen geringer Löhne, sei wegen gebrochener Erwerbsbiografien.

An dieser Stelle muss die Förderstrategie neu überdacht werden. Statt den Neubau zu finanzieren, gilt es die Sanierung von Wohnbeständen staatlich zu fördern und in diesem Zuge mit einer Sozialbindung zu versehen.

Für die wachsend alternde Gesellschaft werden mehr barrierefreie Wohnungen benötigt. Nur wenn der Wohnungsmarkt ausreichend barrierefreie Wohnungen vorhält, kann der vielfache Wunsch nach einem selbst bestimmten Leben in den eigenen vier Wänden realisiert werden.

Die rot-grüne Landesregierung hat unter Verantwortung von Minister Harry K. Voigtsberger den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. 2011 stellte das Land Nordrhein-Westfalen 800 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung bereit. Den Schwerpunkt legte die rot-grüne Landesregierung auf die energetische Gebäudesanierung. 200 Millionen Euro waren für die energetische Sanierung des Mietwohnungsbaus als auch für Eigentümer mit kleinen Einkommen reserviert.

400 Millionen Euro sind in den sozialen Mietwohnungsneubau geflossen, die Eigentumsförderung wurde auf 200 Millionen Euro reduziert und auf Haushalte mit geringem Einkommen konzentriert.

Rainer Sturm by pixelio.de

Diese Politik gilt es fortzuschreiben und die Aspekte einer älter werdenden Gesellschaft besonders zu berücksichtigen.

Unterstützen Sie die nachhaltige Entwicklung unseres Wohnungsmarktes, wählen sie am 13.Mai die SPD.
Für Sie und unser Land.