Politdinner des Jugendrates
Politdinner des Jugendrates

Tätigkeitsbericht vom 24. Oktober bis zum 13. November 2016

Woche 1: 24. bis 30. Oktober

Nach den zwei Wochen der Sitzungspause während der Herbstferien hatte der Landtag wieder in vollem Umfang seine Arbeit aufgenommen.

Ich selbst habe die Herbstferien dazu genutzt, um im Wahlkreis Termine wahrzunehmen und Liegengebliebenes abzuarbeiten.

Prinzenkürung von Prinz Samuel I. und Prinzessin Jacinta I
Prinzenkürung von Prinz Samuel I. und Prinzessin Jacinta I

Montag

Die erste Sitzungswoche startete zunächst mit einer Sitzung des BGB-Vorstandes der Awo Kreis Mettmann. Dies war die letzte Sitzung vor den Neuwahlen des Vorstandes. Damit war es auch die letzte Sitzung mit unserem langjährigen Finanzvorstand, der unsere Awo mit seinem Engagement wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht hatte.

Am Nachmittag hatte ich die Sitzung des Parlamentarischen Beirates der NRW.Bank zu leiten. Dadurch kam ich leider verspätet zur Feierstunde anlässlich dem 70-jährigen Jubiläum der Landeszentrale für Politische Bildung. Eine Feierstunde, in der die wichtige Arbeit der Landeszentrale noch einmal gewürdigt wurde und in der die stark gestiegene Bedeutung der Politischen Bildung in der Gegenwart betont wurde.

Zum Abschluss des Tages warteten schließlich noch die Sitzungen der SPD Ratsfraktion in Ratingen auf mich.

Dienstag

Am nächsten Morgen hatte die NRW.Bank interessierte Landtagsabgeordnete eingeladen, um über ihre Förderangebote für die Kommunen zu informieren. Dabei wurden sowohl die Förderangebote in Form von Darlehen, aber auch in Form von Beratungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen vorgestellt. Ich beschloss, die Bürgermeister des Kreises Mettmann einzuladen, damit sie einmal von der NRW.Bank über deren Angebote umfassend informiert werden. Dankeswerterweise sagte der Referent der NRW.Bank sofort zu, in diesem Rahmen seinen Vortrag noch einmal zu halten.

Bei der sich anschließenden Fraktionssitzung wurden nach der zweiwöchigen Pause die aktuellen politischen Themen diskutiert und die Anträge für die nächsten Plenartage vorbereitet. Außerdem konnte von den für Nordrhein-Westfalen erfolgreichen Bund-Länder-Verhandlungen berichtet werden, dass wir künftig besser gestellt sein werden.

Direkt im Anschluss an die Sitzung wurde in der Bürgerhalle des Landtages die Ausstellung „Forschungszentrum Jülich – 60 Jahre Forschung im Zentrum“ eröffnet. Das Forschungszentrum ist eines der großen interdisziplinären Forschungszentren Europas. Nordrhein-Westfalen kann stolz sein, derartige Spitzenforschung zu haben. Insgesamt arbeiten dort 5684 Menschen, davon allein 3595 Wissenschaftler und technisches Personal. Das zeigt, welche Dimension dieses Forschungszentrum hat, das zusammen mit den zahlreichen Universitäten und anderen Hochschulen wie auch außeruniversitären Forschungseinrichtungen, ein starkes Stück Nordrhein-Westfalen repräsentiert.

Unmittelbar im Anschluss an die Vorträge zur Eröffnung der Ausstellung des Jülicher Forschungszentrums fuhr ich zu einem gemeinsamen Treffen der SPD Bundestagsabgeordneten, Landtagsabgeordneten und Kreistagsmitglieder mit dem Job-Center und der Arbeitsagentur Mettmann. Wie in jedem Jahr diente dieser Termin zum Informationsaustausch über die aktuelle Lage des Arbeitsmarktes im Kreis.

Nach einer kurzen Sitzung des Ortsvereinsvorstandes der SPD Ratingen stand als letzter Termin des Tages die Mitgliederversammlung des Vereins „Bürger gegen den Fluglärm“ (vormals IG Waldgemeinde – Bürger gegen den Fluglärm) in meinem Terminkalender. Angesichts der Erweiterungspläne des Düsseldorfer Flughafens wurde über die zu erwartende steigende Belastung der vom Fluglärm betroffenen Ratinger Stadtteile diskutiert. Bei den Vorstandswahlen wurden neben dem Vorsitzenden Herrn Neck wieder Vertreter aus CDU, SPD, FDP und Bürgerunion in den Vorstand gewählt, damit auch die einhellige Meinung des Rates zum Fluglärm über die Repräsentanten der Parteien im Vorstand seinen Niederschlag findet. Ich selbst gehöre erneut als Vertreterin der SPD dem Vorstand an.

Mittwoch

Am Mittwoch trafen sich zunächst im Landtag zwei Arbeitskreise meiner Ausschüsse zur Vorbereitung der in der folgenden Woche anstehenden Sitzungen.

Abends hatte die DEGES (verantwortlich für den Bau der A44 von Heiligenhaus nach Ratingen) zu einer Bürger-Informationsveranstaltung in den Luthersaal nach Ratingen-Homberg eingeladen. Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt, denn die anwesenden Bürgerinnen und Bürger hatten zahlreiche Fragen an die Planer. So stellte sich unter anderem die Frage, wie die Sicherheit der Schulkinder während der Bauphase angesichts der zahlreichen Baufahrzeuge gewährleistet werden kann. Aber auch das Nadelöhr in der Hofermühle sorgte für reichlich Diskussionsstoff. So ist immer noch nicht endgültig geklärt, wie die Bewohner der Hofermühle auf der engen Zufahrtsstraße zu dieser im Außenbereich gelegenen Siedlung im Begegnungsverkehr mit den Baufahrzeugen für den Bau der Autobahnbrücke fahren sollen. Von den Fußgängern und Radfahrern ganz zu schweigen.

Donnerstag

Die intensive Vorbereitung der Haushaltsberatungen im Hauptausschuss des Landtages sowie andere Themen wurden am nächsten Morgen im Arbeitskreis für den Hauptausschuss beraten. Als Sprecherin meiner Fraktion im Hauptausschuss liegt es in meiner Verantwortung die Arbeitskreissitzung vorzubereiten und zu leiten. Am Nachmittag hatte ich in meinem Wahlkreis ein Bürgergespräch zur Verkehrssituation Am Löken. Hier kommt es zur Gefährdung von Schülern, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, da der Radweg abrupt endet.

Den Abschluss des Tages bildete die Mitgliederversammlung der „Allianz für Bildung“. Dieser gemeinnützige Verein kümmert sich um Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung beim Lernen benötigen, ist aber auch behilflich bei der Berufsorientierung am Ende der Schulzeit. So sorgt der Verein dafür, dass z.B. in der Ratinger Gesamtschule von Praktikern Berufe vorgestellt werden und die Schülerinnen und Schüler sich im persönlichen Gespräch ein umfassendes Bild machen können.

Freitag

Am Freitag, den 28. Oktober konnte ich zu meiner großen Freude die neue Fahrradwerkstatt in Ratingen-West mit einweihen. Im Einkaufszentrum Ratingen-West ist eine Werkstatt eingerichtet worden, in der Hilfesuchende unter Anleitung von fachkundigen Helfern ihr Fahrrad selbst reparieren können. Das ist zum einen sehr ortsnah, zum anderen eine preiswerte Möglichkeit Fahrräder zu reparieren. Dank des SkF konnte dieses Projekt jetzt realisiert werden.

Am Nachmittag war ich zur Absolventenfeier der Fachhochschule Bochum, Campus Velbert/Heiligenhaus nach Heiligenhaus eingeladen. Zum letzten Mal fand im alten Gebäude diese Feierstunde statt. Im kommenden Frühjahr wird die Fachhochschule in ihr neues Gebäude mitten in Heiligenhaus umziehen. Dann verfügt auch die Dependance Velbert/Heiligenhaus über einen modernen Campus. Wie in jedem Jahr konnten sich die anwesenden Festgäste ein Bild vom hohen Niveau der Absolventen machen. Inzwischen ist der Campus Velbert/Heiligenhaus ein wichtiger Partner der Wirtschaft in der Region geworden und die kooperierenden Unternehmen profitieren von der Zusammenarbeit mit der Hochschule.

Wochenende

Schleppjagd auf Gut Volkardey
Schleppjagd auf Gut Volkardey

Das Wochenende startete mit der Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung der Bundestags- und Landtagskandidaten im Süden des Kreises Mettmann. Als Kollegin und Mitglied im Kreisvorstand nahm ich gerne an der Veranstaltung teil. Zunächst verabschiedete sich der bisherige Bundestagsabgeordnete im Südkreis, Peer Steinbrück. Er war bereits zum 30.9. aus dem Bundestag ausgeschieden. Mit einer engagierten Rede beendete er seine Zeit im Kreis Mettmann und wird sich künftig anderen Aufgaben widmen. Danach wurden die beiden Landtagskandidaten, Manfred Krick und Jens Geyer ohne Gegenstimmen erneut für die Landtagswahl nominiert. Mit besonderer Spannung war die Vorstellung des Kandidaten für die Nachfolge von Peer Steinbrück erwartet worden. Als einziger Bewerber für den Bundestagswahlkreis im Süden des Kreises Mettmann hatte sich Jens Niklaus aus Haan gemeldet. Er beeindruckte durch eine engagierte Bewerbungsrede. So wurde er dann auch mit großer Mehrheit nominiert.

Am Sonntag war ich zur Schleppjagd auf Gut Volkardey in Ratingen vom Reitercorps der St. Sebastiani-Bruderschaft eingeladen worden. Die Schleppjagd ist heute hauptsächlich noch in England verbreitet. Dabei reitet eine Gruppe von Reitern hinter einer Meute von Hunden hinterher. Die Hunde werden durch eine Geruchsspur (ein Lappen wird mit einem Lockstoff getränkt) gelockt, die von zwei Reitern, die vorweg reiten, gelegt wurde. Unterwegs werden immer wieder Pausen eingelegt, damit Mensch und Tier ein wenig verschnaufen können. Die nicht reitenden Zuschauer, so auch ich, fuhren auf einem von einem Trecker gezogenen Planwagen hinter, manchmal neben, der Meute her und konnten so das ganze Geschehen beobachten.

Woche 2: 31. Oktober bis 06. November

Montag

Die zweite Woche dieses Berichtszeitraumes begann mit dem Reformationstag. Leider konnte ich nicht der Einladung der evangelischen Stadtkirche Ratingen zum Luther-Mahl nachkommen, da wir wegen des Allerheiligen-Feiertages am nächsten Tag ausnahmsweise bereits am Montag unsere Fraktionssitzung hatten. Dieses Mal hatte ich zu zwei Anträgen aus dem Hauptausschuss zu berichten. Einer befasste sich mit dem 25-jährigen Jubiläum des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages. Der andere ging noch einmal auf die Ereignisse vom Frühjahr dieses Jahres ein, als russische Medien versucht hatten Spätaussiedler aus Russland, die in Deutschland leben, zu instrumentalisieren. Hintergrund war eine Meldung, in der über eine Vergewaltigung eines Mädchens in Berlin berichtet worden war. Im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung, die im Frühsommer die Vereinigung der russischen Spätaussiedler verfasst hatte, hatten diese sich jede Einmischung von ausländischen Medien verbeten. Deshalb galt es in unserem Antrag noch einmal zu bekräftigen, dass die Spätaussiedler in NRW ein gut integrierter Teil unserer Bevölkerung sind.

Von ganz besonderem Interesse waren in dieser Fraktionssitzung diejenigen Anträge, die sich mit Änderungen unserer Landesverfassung befassten. Dabei soll das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 Jahre abgesenkt werden und Nicht-EU-Ausländern das Wahlrecht bei Kommunalwahlen gegeben werden.

Im sich anschließenden erweiterten Fraktionsvorstand standen die anstehenden Haushaltsberatungen im Mittelpunkt. Direkt im Anschluss traf sich der Arbeitskreis der SPD Fraktion für den Wirtschaftsausschuss um die folgende Sitzung des Ausschusses vorzubereiten.

Zum Abschluss dieses langen Tages hatte der Jugendrat der Stadt Ratingen zum Politdinner eingeladen. Zu diesem Anlass lädt der Jugendrat Vertreter der Ratsfraktionen und aus Land und Bund zu einem gemeinsamen Kochen mit anschließendem Essen ein. Da das Politdinner diesmal auf den 31.11. fiel und an diesem Tag auch Halloween gefeiert wird, stand der Abend ganz unter diesem Motto und entsprechend waren die Gerichte ausgewählt.

Dienstag

Den Feiertag am 1. November verbrachte ich recht entspannt zu Hause. Lediglich am Abend traf ich mich mit einigen anderen Mitglieder der „Allianz für Bildung“ um Vorbereitungen für den diesjährigen Weihnachtsmarkt zu treffen. Wir hatten Karten produzieren lassen, die wir jetzt in handlichen Viererpäckchen zusammenstellten. Bleibt zu hoffen, dass sie den gewünschten Absatz beim Weihnachtsmarkt um die Kirche Peter und Paul in Ratingen-Mitte finden werden.

Mittwoch

Am nächsten Morgen hatte mich der Alltag schnell wieder. Zunächst tagte der Wirtschaftsausschuss. Unter Hinzuziehung von Sachverständigen diskutierten wir über die Castoren mit dem radioaktiven Abfall aus Jülich und deren künftigen Verbleib.

Direkt an die Sitzung anschließend hatte der Nordrhein-Westfälische Handwerkstag zu einem Mittagessen in die Landtagskantine eingeladen. Dabei wurde auch das nicht ausreichende Interesse der Schulabgänger an Handwerksberufen angesprochen und was Politik dazu beitragen kann, damit bestehende Vorurteile abgebaut werden können.

Nach dem Essen traf sich erneut der Wirtschaftsausschuss, dieses Mal zu einer Expertenanhörung zum Thema „Gesetz über die Sicherung von Tariftreue und Sozialstandards sowie fairen Wettbewerb bei der Vergabe öffentlicher Aufträge“. Leider konnte ich den Experten nur kurz folgen, da parallel die Sitzung des Wissenschaftsausschusses begann, dem ich ebenfalls angehöre. In solchen Situationen, wenn zeitgleich eine Anhörung stattfindet und ein Ausschuss tagt, geht die Ausschusssitzung vor, denn hier herrscht Anwesenheitspflicht. Dagegen müssen bei Anhörungen immer nur diejenigen Ausschussmitglieder anwesend sein, die sich vertieft in das Thema eingearbeitet haben.

Gerade rechtzeitig kam ich am Abend zum Festakt anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Frühförderung der Lebenshilfe im Kreis Mettmann. Zurecht wurde dieses Jubiläum so festlich begangen, denn es war wichtig und dringend geboten, dass sich vor vierzig Jahren Menschen zusammengefunden haben, um die Frühförderung in den Fokus zunehmen. Inzwischen trägt dieser „Zweig“ der Lebenshilfe Früchte und viele Kinder aus dem Kreis konnten von der Frühförderung profitieren. Sie haben dadurch vielfältige Fähigkeiten und Talente entwickeln können.

Donnerstag

Am nächsten Tag tagte zunächst der Hauptausschuss. Hier wurde abschließend der Haushalt für den Zuständigkeitsbereich des Hauptausschusses besprochen. Außerdem wurde der schon erwähnte Antrag zu den aus Russland stammenden Spätaussiedlern beschlossen.

Nach Beendigung der Beratungen fuhren Vertreter des Hauptausschusses im Rahmen einer Exkursion zur Burg Vogelsang in die Eifel. Burg Vogelsang ist heute eine NS Gedenkstätte. Mit nicht unbeträchtlichen Landesmitteln ist die ehemalige sogenannte Ordensburg aus der Zeit der Nationalsozialisten zu einer Gedenkstätte umgebaut worden. Neben den Gebäuden selbst hinterlässt vor allem die Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch“ nachhaltigen Eindruck. Neben dem Gedenkort ist der andere Teil von Vogelsang ein Tor zum Nationalpark Eifel. So bietet eine zweite Dauerausstellung „Wildnis(t)räume“ eine Einführung und Vertiefung der Naturerlebnisse vor Ort.

Ich kann einen Besuch in Vogelsang nur empfehlen.

Freitag

Am nächsten Morgen hatte ich endlich etwas Zeit um Post und Mails zu bearbeiten. Da traf es sich gut, dass die erste Sitzung des Tages erst für 15:30 Uhr in Wülfrath anstand. Hier fand die Awo Kreiskonferenz mit Neuwahlen des Vorstands statt. Aber zunächst wurden Mitglieder für ihr besonderes Engagement durch die Bezirksvorsitzende Britta Altenkamp und den Kreisvorsitzenden Hans-Anton Fliegauf ausgezeichnet. Ganz besonders wurde der scheidende Finanzvorstand Rolf Tiemann noch einmal gewürdigt. Er hat über viele Jahre die Finanzen der Awo Kreis Mettmann betreut und dafür gesorgt, dass das Haus heute gut bestellt ist.

Leider musste ich vorzeitig die Versammlung verlassen, da am frühen Abend die SPD Regionalkonferenz tagte, um ebenfalls einen neuen Vorstand zu wählen. Aus dem Kreis Mettmann wird weiterhin mein Landtagskollege Jens Geyer dem Regionalvorstand angehören. Ich selbst wurde in dieser Versammlung erneut als Mitglied des Konventes der SPD gewählt. Dieses Gremium tagt zwischen den Bundesparteitagen und befasst sich mit aktuellen Fragen wie zuletzt den Freihandelsabkommen.

Der Tag endete schließlich musikalisch. Die USB-Stiftung veranstaltete in der Friedenskirche Ratingen-Ost mal wieder eines ihrer unvergesslichen Jazzkonzerte. Ich war froh, dass mein Mann und ich frühzeitig Karten gekauft hatten, denn diese Konzerte sind immer schnell ausverkauft. Dieses Mal hörten wir die Kubanerin Marialy Pacheco am Flügel und Joo Kraus auf der Trompete. Eine vielleicht etwas ungewöhnliche Kombination, die aber sehr gut harmonierte.

Wochenende

Das Wochenende sorgte für weitere Entspannung. Bevor ich auf den Markt ging, kaufte ich schnell noch die von mir bestellten Karten für die Ratinger Prinzenkürung.

Viel einzukaufen gab es an diesem Wochenende nicht, da am Samstagabend ein Spendendinner zu Gunsten des Fördervereins von Haus Salem stattfand. Drei auf hohem Niveau kochende Hobbyköche zauberten ein Menü, das sich nicht von professioneller Kochkunst unterschied.

So war es gut, dass am Sonntagmorgen für mich zunächst Sport auf dem Plan stand. Als ich mittags nach Heiligenhaus zum jährlichen Martinsmarkt fuhr, hatte das Wetter umgeschlagen und wir standen bei wechselnd starkem Regen am SPD-Stand.

Umso wärmer war es danach beim Konzert des Kulturkreises Hösel, mit dem sich die langjährige Verantwortliche für die Konzerte, Frau Maria Grün, verabschiedete. Dieses Mal hatte sie den Pianisten Alexander Schimpf gewinnen können. Und so klang auch dieser Tag musikalisch aus, was für mich ein willkommener Ausgleich war, um mich danach wieder mit Elan der Politik zu widmen.

Woche 3: 07. bis 13. November

Die dritte Woche dieses Berichts hatte es mal wieder in sich.

Montag

SPD Abgeordnete zu Gast an der RWTH Aachen
SPD Abgeordnete zu Gast an der RWTH Aachen

Am Montagmorgen fuhr ich mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Wissenschaft nach Aachen, um mich bei Herrn Professor Walter Leitner im Institut für Technische und Makromolekulare Chemie über das Projekt „Power-to-X“ informieren zu lassen. So beschäftigt sich ein Konsortium unter der Führung der RWTH Aachen mit der Entwicklung neuer, emissionsfreier Brennstoffe. Brennstoffe, die eine Alternative zu Benzin, Diesel oder Gas darstellen und darüber hinaus den Vorteil haben, dass sie nicht das so umweltschädliche CO2 oder andere Schadstoffe emittieren. Anschließend besuchten wir noch das Forschungsinstitut für Verbrennungskraftmaschinen, das ebenfalls zum Konsortium gehört.

Beeindruckt von der innovativen Forschung und voll der Hoffnung, dass es gelingen wird neben dem Elektro-Fahrzeug noch einen alternativen Antrieb mit höherer Reichweite zu entwickeln, fuhr ich zurück in meinen Wahlkreis.

Am Abend tagte noch wie an jedem Montag die SPD Ratsfraktion in Ratingen.

Dienstag

Am nächsten Morgen begann der zweitägige Besuch von Wirtschaftsjunioren im Landtag. Dabei begleiteten die Nachwuchskräfte Abgeordnete in ihrem Arbeitsalltag. Ich wurde begleitet von Mike Richter, einem Wirtschaftsjunior aus dem Kreis Mettmann. Nach dem obligatorischen Foto wurden die Gäste und ihre Abgeordneten zunächst von der Landtagspräsidentin Carina Gödecke empfangen.

Anschließend begleitete mich mein Wirtschaftsjunior in die Fraktionssitzung der SPD Landtagsfraktion. Insgesamt waren in unserer Fraktion 20 Junioren zu Gast. Sie konnten die reguläre und damit typische Fraktionssitzung mit Berichten des Fraktionsvorsitzenden, der Ministerpräsidentin und einiger Minister sowie die Vorträge und Diskussionen über Anträge für das Plenum und verschiedene Ausschüsse verfolgen. Ich selbst hatte an dem Tag die von mir mit initiierte Resolution zum 9. November, dem Gedenktag an die Reichsprogromnacht, vorzustellen.

Im Anschluss an die Fraktionssitzung hatten die Handelsverbände Mitglieder des Wirtschaftsausschusses zu einem Arbeitsessen in die Landtagskantine eingeladen, um unter anderem über die verkaufsoffenen Sonntage zu sprechen. Da ich vorher die Gastgeber darüber informiert hatte, dass ich an diesem Tag durch einen Wirtschaftsjunior begleitet würde, konnte Herr Richter mit an dem Arbeitsessen teilnehmen. Was für ihn, der nicht im Handel tätig ist, mit Sicherheit sehr interessant war.

Am Nachmittag hatten die Wirtschaftsjunioren dann ihrerseits die wirtschaftspolitischen Sprecher der Fraktionen oder ihre Vertreter zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Mit dieser Veranstaltung endete der offizielle erste Tag der Junioren. Für meinen Gast endete leider auch das Kurzpraktikum, da er am nächsten Tag beruflich verhindert war.

Eine Veranstaltung gänzlich anderer Art schloss sich für mich an. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Landesintegrationsrates hatte die Landtagspräsidentin zu einer Feierstunde in den Landtag eingeladen. Zu meiner Freude waren auch aus meinem Wahlkreis Vertreter der Integrationsräte erschienen. Aus Ratingen waren die Integrationsbeauftragte Zeliha Yetik und sowie Elizabeth Yeboah stellvertretend für den Vorsitzenden des Integrationsrates Samuel Awasum gekommen.

Mittwoch

Mittwoch war Plenartag. Bevor jedoch die Plenarsitzung begann, wurde in der Wandelhalle des Landtags eine Ausstellung „Made in Germany“ eröffnet, die sich mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und Deutschland nach der Shoah befasste.

Im Anschluss hielt vor Eintritt in die Tagesordnung der Vizepräsident des Landtages eine kurze Ansprache zum 9. November. Die Präsidentin selbst nahm zeitgleich für den Landtag an einer zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Düsseldorf am Ort der zerstörten ehemaligen großen Synagoge in der Kasernenstaße in Düsseldorf teil.

Anschließend an die Ansprache des Vizepräsidenten wurde die von uns initiierte Resolution, der sich inzwischen alle Fraktionen des Landtages angeschlossen hatten, einstimmig verabschiedet.

Der weitere Plenartag zeichnete sich durch ein weites Themenspektrum aus und endete schließlich bereits gegen 20 Uhr.

Donnerstag

Am nächsten Morgen nahm ich zunächst am gemeinsamen Frühstück und der anschließenden Landtagsandacht teil. Ein willkommene Gelegenheit sich etwas zu sammeln. Denn an diesem Tag berieten wir im Plenum zahlreiche Verfassungsanträge und diese liegen in der Zuständigkeit des Hauptausschusses.

Als am Nachmittag dieser Themenblock abgearbeitet war, nutzte ich die Gelegenheit in der Sprechstunde mit dem Bevollmächtigten der Deutschen Bahn über das Thema „Westbahn“ und die Möglichkeit bereits heute in längeren Taktzeiten Personenzüge auf der bestehenden Trasse fahren zu lassen zu sprechen. Ich bin gespannt, was die mir zugesagten Untersuchungen der Bahn ergeben werden.

Nach Schluss der Plenarsitzung kam ich noch der Einladung des Bankenverbandes NRW nach und nahm an seinem Parlamentarischen Abend teil. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Arndt Kirchhoff, und einer der führenden Digitalexperten der Deutschen Bank, Markus Pertlwieser diskutierten über die Zukunft der Wirtschaft. Die Beiträge zeigten, es wird sich viel verändern, aber unser Land hat auch die Chance damit neue Arbeitsplätze zu gewinnen und sein Wirtschaftswachstum weiter zu steigern.

Freitag

Nach den zwei Sitzungstagen war noch einiges auf meinem Schreibtisch liegengeblieben, deshalb nutzte ich den Freitag noch einmal um in Ruhe alles abzuarbeiten.

Abends wartete schließlich das Hoppeditz-Erwachen. Pünktlich um 19.11 Uhr zogen die Karnevalisten ins Bürgerhaus Frankenheim und weckten mit karnevalistischen Klängen den Hoppeditz, vielmehr die Hoppeditzin. In einer brillanten Rede ließ Katrin Hofmann das zurückliegende Jahr Revue passieren. Außerdem wurde das scheidende Prinzenpaar verabschiedet und das neue Prinzenpaar vorgestellt.

Im relativ kleinen Saal des Bürgerhauses am Ratinger Markt war es zwar eng, aber es herrschte eine tolle Stimmung.

Wochenende

Elisabeth Müller-Witt MdL und Kerstin Griese MdB bei der Prinzenkürung
Elisabeth Müller-Witt MdL und Kerstin Griese MdB bei der Prinzenkürung

Diese Stimmung erreichte am nächsten Abend bei der Ratinger Prinzenkürung ihren Höhepunkt. Mit einem grandiosen Paukenschlag wurde das neue Prinzenpaar inthronisiert. Und wer dachte, dass dieses Prinzenpaar vielleicht zunächst noch etwas zurückhaltend wäre, der wurde eines Besseren gelehrt. Die gemeinsame Rede von Samuel I. und Jacinta I. ließ schon erahnen, dass wir es bei den Beiden mit Vollblutkarnevalisten zu tun haben.

Ganz das Gegenteil der Sonntag. Die Ratinger Gedenkfeier zum Volkstrauertag wurde in diesem Jahr von Schülerinnen und Schülern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums mitgestaltet. Die Ansprache hielt die Pfarrerin Frau Susanne Hasselhoff. Ihre Rede verband das Gedenken an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft in der Vergangenheit mit der Gegenwart und ihren Herausforderungen.

Mit einem Besuch beim Adventsbasar der Lions-Damen endete dann auch dieser Berichtszeitraum.